My favorite thing is to go where I've never been before (Lisbon)

Oktober 27, 2013 9 Comments A+ a-

Vor drei Wochen war ich mit meinen zwei Büro-Mädels Yasemin und Ling in Lissabon! Jaaa ... ich gebe es zu ... es hat tatsächlich drei Wochen gedauert, um alle Fotos zu sichten und diesen Post hier zu verfassen. Aber über 1.000 Bilder durchzuschauen und dabei nur ca. 20 Stück für meinen Blog auszuwählen, ist auch wirklich keine leichte Aufgabe!^^

Ich habe das Glück, mit einem prima Job und den besten Kollegen der Welt gesegnet zu sein. Denn wir verstehen uns auch privat super und hatten vor drei Jahren das erste Mal die Idee, gemeinsam einen Städte-Trip zu machen. Seitdem ist der gemeinsame Urlaub zu einer Art Tradition geworden. So waren wir bereits in Rom, Prag, Budapest - und dieses Jahr in Lissabon. :-)


Idealerweise verreisen wir immer um den 3. Oktober herum, um den Feiertag zu nutzen und einen Urlaubstag zu sparen. Außerdem fängt im Oktober meist schon die Nebensaison an, so dass der Trip nach Lissabon nicht allzu teuer war und wir uns sogar Einzelzimmer gegönnt haben. Bisher hatten wir tatsächlich auch immer Glück und absolut herrliches Wetter!


Wir sind am Mittwoch angereist und am Sonntag wieder zurück nach Deutschland geflogen. Somit hatten wir 3,5 Tage vor Ort, um die Stadt ausführlich zu erkunden. Die Zeit hat vollkommen ausgereicht, um alle typischen Touristen-Attraktionen zu besichtigen. Also ... falls jemand von euch auch gerne mal nach Lissabon möchte und zum ersten Mal dorthin reist: 3 bis 4 Nächte sollten genügen! Wer noch mehr von Portugal sehen möchte, kann aber auch mit dem Mietwagen durch das Land reisen und sollte dann wahrscheinlich 10 bis 14 Tage einplanen.



Besonders gut gefallen hat uns das sehr gut ausgebaute Transport-Netz. In Lissabon gibt es wirklich an jeder Ecke eine U-Bahn-Station, Straßenbahn- oder Bushaltestelle. Wir drei Mädels sind ja nun schon ein bisschen erfahren, was Städte-Trips angeht - und wir waren uns einig: So übersichtlich war das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel in noch keiner anderen Stadt, die wir bisher besucht haben.

Total außergewöhnlich und irgendwie niedlich sind die Retro-Straßenbahnen. Mit der Linie 28 kommt man an allen wichtigen Sightseeing-Punkten vorbei. Allerdings muss man sagen, dass diese Linie daher auch IMMER überfüllt ist. Man darf also keine Angst vor Körperkontakt haben.^^ Lissabon ist sehr hügelig und die Straßen sind teils sehr schmal und verwinkelt - typisch südländisch eben. Daher ist die Fahrt mit der Retro-Bahn ein absolutes Erlebnis, weil die Straßenbahnfahrer teilweise Maßarbeit leisten müssen, um nicht an vorbeifahrenden Autos oder anderen Bahnen entlang zu schrammen. Teilweise fährt die Bahn außerdem so dicht an den Hauswänden vorbei, dass wir anfangs zwei- oder dreimal unsere anvisierten Sightseeing-Punkte verpasst haben. Wir konnten sie einfach nicht sehen - weil wir eben nur Hauswände vor Augen hatten - und sind deswegen zu weit gefahren. :D


Typisch für Lissabon sind außerdem die "Elevadores" - die Fahrstühle mit Aussichtsplattform. Gleich am ersten Tag sind wir eher zufällig auf den "Elevador de Santa Justa" gestoßen und natürlich gleich hinauf gefahren. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick auf Lissabon! Das ist aber nicht der einzige Aussichtspunkt, wie uns im Laufe unserer Reise aufgefallen ist. Ich glaube, wir haben mindestens sieben oder acht Aussichtsplattformen gefunden. So hatten wir immer einen Blick auf den Fluss "Tejo", die Brücke "Ponte 25 de Abril" (ich nenne sie stets die "Golden Gate Bridge Lissabon's", weil sie viel Ähnlichkeit mit der berühmten, roten Brücke in San Francisco hat) und die Burg "Castelo de Sao Jorge".



Die portugiesische Küche besteht zu einem Großteil aus Meeresfrüchten. Deshalb war ich mehr als froh, als wir an einem Abend das Hard Rock Café ausgemacht haben, weil ich nämlich kein großer Fan von Fisch bin. Wovon ich allerdings ein Riesen-Fan bin, ist die Band Pearl Jam. Ihr könnt euch daher vielleicht vorstellen, wie groß das Lächeln auf meinem Gesicht war, als ich eine Original-Gitarre und ein Konzert-Poster von MEINER Band entdeckt habe. Hurraaaa! Achja, und meine Macaroni with Chicken and Cheese waren übrigens auch himmlisch. :-)

Natürlich waren wir aber auch in typisch portugiesischen Restaurants essen. Während meine Kollegin und Fisch-Liebhaberin Ling jedesmal einen Purzelbaum geschlagen hat, als ihr eine Meeresfrüchte-Platte vor die Nase gesetzt wurde, habe ich mich mit Huhn und Schwein begnügt. Damit will ich sagen, dass auch Nicht-Fisch-Esser wie ich immer etwas Feines zu Essen finden. Darüber hinaus sind Restaurant-Besuche in Lissabon im Vergleich zu Deutschland recht günstig (das mag natürlich an der aktuellen wirtschaftlichen Lage Portugals liegen). Auf der anderen Seite sehen die Teller aber nicht so hübsch garniert aus wie wir es gewohnt sind. Die Beilagen sind recht einfach und plump auf den Teller gepackt. Naja, Hauptsache es schmeckt! :-)


Besonders gefreut hatte ich mich außerdem auf die mediterrane Pflanzenpracht. Palmen! Ich wollte viele, viele Palmen sehen! Hmmm ... zwar habe ich Palmen gesehen, allerdings hatte ich irgendwie mehr erwartet. Ich dachte, Palmen würden an jeder Ecke rumstehen. So wie in Deutschland Eichen und Buchen. Naja, eine handvoll Palmen (vielleicht waren es auch zwei Hände voll) musste am Ende reichen. Und zum Glück sahen nicht alle Exemplare so traurig aus wie dieser Kümmerlings hier auf dem rechten Bild. ;-)


Ein Stadtteil, den man sich in Lissabon auf jeden Fall anschauen muss, ist Belém. Zunächst einmal wäre da das prächtige Kloster "Mosteiro dos Jerónimos", das neben zahlreichen Königsgräbern auch das Grab des Seefahrers Vasco da Gama beherbergt, der einst den Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung herum nach Indien entdeckt hat. Ebenfalls sehenswert sind der Wachturm "Torre de Belém" und das Seefahrer-Denkmal. Einen süßen Leckerbissen für zwischendurch sollte man sich unbedingt in der Pastelaria "Fábrica dos Pastéis de Bélem" gönnen - hier werden landestypische Blätterteigtörtchen mit Puddingfüllung angeboten.








Was uns sehr positiv überrascht hat, war die Tatsache, dass Lissabon nicht ganz so doll mit Touri's überlaufen war, wie man es von anderen Hauptstädten gewohnt ist. Klar, es waren jede Menge Menschen unterwegs: viele mit Reiseführern in der Hand und überall hörte man die unterschiedlichsten Sprachen. Aber die Stadt war halt nicht unangenehm voll - bis auf die Retro-Straßenbahnen. Die Massen scheinen sich ansonsten gut verlaufen zu haben. :-)


Am letzten Tag haben wir uns das Expo-Gelände in Lissabon angeschaut, das anlässlich der Weltausstellung 1998 gebaut wurde. Hier prägt ausschließlich moderne Architektur das Bild. Ein riesiges Shopping Center mit Food Court ist besonders für uns Mädels ein Anziehungspunkt. ;-) Wahnsinnig gut hat uns außerdem der meilenweite Panorama Walk entlang des Tejo mit Blick auf die Vasco-da-Gama-Brücke gefallen. Man sah besonders viele junge Menschen und verliebte Pärchen, die den schönen Tag genossen haben. Außerdem gab es eine Seilbahn, die entlang der Flaniermeile und direkt über das Wasser geführt hat.


Normalerweise habe ich ja Höhenangst - aber weil die Gondeln ziemlich groß aussahen und geschlossen waren, habe ich mich unbekümmert hinein getraut. Als es los ging, verließ mich im ersten Moment allerdings mein Mut. Waaaah ... die Gondeln schwebten dann doch etwas höher über dem Wasser als ich gedacht hatte! Außerdem ruckelte die Bahn jedesmal ein wenig, sobald wir einen tragenden Pfeiler passiert haben. Nach ein paar Minuten der Überwindung habe ich jedoch mein Poker Face aufgesetzt und die Fahrt genossen so gut es ging. ;o)


So schön Lissabon auch war - einen Kritikpunkt gibt es doch, über den wir drei Mädels uns einig sind. Die Stadt muss noch ein wenig lernen, sich selbst besser darzustellen. Ich weiß nicht, wie ich dies am besten erklären soll ... teilweise waren wir einfach ein bisschen enttäuscht, weil wir mehr erwartet hatten. Beispielsweise haben wir die Festung "Castelo de Sao Jorge" besucht und immerhin 7 Euro Eintritt bezahlt. Zu sehen gab es jedoch nichts als Ruinen! Natürlich wussten wir, dass ein Großteil Lissabons während des großes Erdbebens 1755 zerstört wurde. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass wenigstens ein oder zwei Räume der Festung wieder aufgebaut worden wären. Wir sind im Endeffekt wirklich nur zwischen Steinen umher gelaufen und auf die Türme der Festung gestiegen, um durch die Zinnen hindurch den Ausblick auf die Stadt zu genießen. Wie ich oben im Text allerdings schon erwähnt hatte, gibt es in Lissabon 10+ Aussichtspunkte - also war dies leider keine 7 Euro wert. Ein weiteres Beispiel ist das Fado Museum. Fado ist die National-Musik Portugals: tragische, melancholische und leidenschaftliche Musik. Worum geht es also beim Fado? Genau, um Emotionen! Das Museum hat uns 5 Euro Eintritt abgenommen und uns dafür relativ nüchtern durch die Welt des Fado geführt. Zu sehen gab es fade Texttafeln, ein paar lieblos an die Wand gepinnte Bildchen und hier und da mal einen Kopfhörer, um eine musikalische Kostprobe zu erhalten. Ö-D-E! Wer schonmal im Ramones Museum in Berlin oder im Beatles Museum in Hamburg war, weiß vielleicht, was ich meine und wie unsere Erwartungen in etwa waren. Klar ist Fado nicht mit Punk-, Rock- und Pop-Musik zu vergleichen. Aber man hätte sooo schöne dramatische Kulissen bauen und den Museums-Besucher in eine melancholische Stimmung versetzen können. Jedoch hat uns das Museum leider gar nicht berührt = null Punkte. :-(


Naja, man kann natürlich nicht alles haben.^^ Unterm Strich war Lissabon wirklich schön und einen Besuch wert. Es gab viel zu sehen, leckeres Essen und jede Menge Shopping-Gelegenheiten (ich habe meinen Koffer gerade so noch zu bekommen). Den Besucher erwartet eine mediterrane Stadt mit südländischem Flair und maritimen Akzenten. Wer schon immer mal über einen Besuch Lissabon's nachgedacht hat, fühlt sich nun hoffentlich ermutigt, Flugtickets und Hotel zu buchen. :-)

Ganz liebe Sonntags-Grüße
Eure Sabrina

PS: Einige der Fotos wurden von Yasemin und Ling geschossen - nämlich die, auf denen ich zu sehen bin.^^ Auf zwei der Fotos sieht man außerdem die liebe Yasemin. :-)

9 Kommentare

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Ancia
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28. Oktober 2013 um 15:25 delete

Tolle Bilder. Die stadt muss ich mir auch mal live ansehen!

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RAUMIDEEN
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28. Oktober 2013 um 18:36 delete

Ich war auch schon in Lissabon, kann mich leider nicht mehr wirklich an die Stadt erinnern. Die Strassenbahn und das Seefahrer-Denkaml sind als einziges noch präsent. Es war im Juli einfach zu heiß - eine Zeit zu der man wohl auch nicht in südländische Städte reisen sollte. Danke für die schönen Einblicke und Eindrücke Deines Städtetrips, hat mir sehr gefallen!
Herzliche Grüße, Cora

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Lauras Sterne
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29. Oktober 2013 um 10:14 delete

Sieht nach einem tollen Citytrip aus!!
Alles Liebe
Laura
http://laurassterne.blogspot.de/

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29. Oktober 2013 um 12:00 delete

Ich finde Lissabon auch wirklich schön aber mit deinem Kritikpunkt stimme ich auch überein. Gerade in der Festung ist der Eintritt wirklich überteuert für das, was man zu sehen bekommt. =) Trotzdem hast du tolle Bilder gemacht und schöne Orte besichtigt. ♥

hier geht’s zu meinem Blog ♥

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Juliana ♥
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29. Oktober 2013 um 12:29 delete

Okay, jetzt weiß ich warum das nie geklappt hat :D Ich habe nie auf 'Veröffentlichen' geklickt :D Zum Glück hat mein Internet dort doch manchmal funktioniert und ich konnte ein paar Post trotzdem veröffentlichen. Aber für das nächste Mal weiß ich jetzt endlich wie es geht ;) Danke!

Lissabon sieht wirklich schön aus - ich glaube da muss ich auch unbedingt mal hin :D

Liebe Grüße,
Juliana von Evaliana

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Coco Colo
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29. Oktober 2013 um 21:52 delete

Tolle Fotos :)
Sehr süß
Ich finde es auch immer schwierig sich für Fotos zu entscheiden... :D

http://coco-colo.blogspot.de/

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Jule
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30. Oktober 2013 um 13:14 delete

Ich muss ja ehrlich gestehen - so schön hätte ich mir Lissabon gar nicht vorgestellt! Bisher zeigte ich nie sehr viel Interesse an südländischen Ländern, weil es für mich meist dieses typische 'Strand, Entspannen, Hotel, Essen' Klischee ist bei dem das Erleben von Städten etc. zu kurz kommt - aber dein Bericht hat mich definitiv eines besseren belehrt, es sieht so wahnsinnig toll aus! Tolle Infos & tolle Bilder, und klar, Kritkpunkte gibt es immer und überall - nach einem tollem Urlaub klingt es dennoch auf jeden Fall!

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lara
AUTHOR
30. Oktober 2013 um 20:10 delete

schöne Bilder & dankesehr ♥

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