Book-Review: Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks

Oktober 31, 2015 6 Comments A+ a-

Lex führt ein ganz normales Leben als High School Teenager: Sie bringt gute Noten nach Hause und wünscht sich nichts sehnlicher als eine Zusage vom MIT, damit sie endlich aus Nebraska raus und ihrer Leidenschaft für Zahlen und Gleichungen nachgehen kann. Sie hat einen kleinen, aber feinen Freundeskreis und ist zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt. Alles läuft nach Plan. Lex führt ein glückliches Leben. Bis ihr Bruder sich das Leben nimmt ...

Ein glückliches Leben? Wirklich? Gibt es so etwas wie Glück überhaupt? Wieso hat er das getan? Wieso hat er sich nicht verabschiedet? Wieso konnte ich ihm nicht helfen?

Für Lex bricht eine Welt zusammen. Während sie anfangs in Trauer versinkt, quält sie sich wenig später mit Ratlosigkeit und endlosen Fragen, auf die niemand eine Antwort hat. Sie fühlt in sich eine endlose Leere - und manchmal, ganz plötzlich, tut sich ein schwarzes Loch in ihr auf, das sie von innen aufzufressen scheint. Dieses elende schwarze Loch, das ihr nicht nur die Luft zum Atmen nimmt, sondern auch die Kraft, um Tränen zu vergießen.


Doch Lex lässt niemanden an sich heran - und so müssen ihre Freunde hilflos mit ansehen, wie sie sich immer mehr zurück zieht. Sie trennt sich von ihrem Freund Steven - denn wenn es so etwas wie Glück nicht gibt, dann kann es auch keine Liebe geben. Ihre Eltern sind viel zu sehr mit sich selbst und ihrer Trauer beschäftigt, als dass sie Lex helfen könnten. Kurzum schickt ihre Mom sie zu einem Therapeuten ... doch was kann der schon tun? Wie kann ein Fremder verstehen, was Lex durchmacht? Wie kann ein Fremder ihr etwas zurückgeben, das es nicht gibt? Das Glück?

Niemand kann Lex helfen. Niemand kann ihr die Fragen beantworten, die sie so sehr quälen. Niemand außer ihr Bruder Ty - der jedoch tot ist. 

Doch eines Tages scheint Ty ihr ein Zeichen zu senden. Aber wie ist das möglich? Es gibt keine Geister! Oder ...? Nein, das geht nicht. Das widerspricht jeder Logik. Alle Fakten sprechen dagegen. Das ist nicht die Realität. Lex beginnt schon, an ihrem Verstand zu zweifeln. Wird sie etwa verrückt? War die Idee, sie zu einem Therapeuten zu schicken, vielleicht doch gar nicht so schlecht? 

Dann wendet sich das Blatt langsam. Vergessene Freunde tauchen wieder auf. Neue Bekanntschaften helfen ihr dabei, das Puzzle Stück für Stück zusammen zu setzen. Lex und ihre Mom lernen, dass sie sich gegenseitig am besten helfen können. Sie fasst allmählich Vertrauen zu ihrem Therapeuten Dave, der nicht mit allem falsch zu liegen scheint. Und dann ist da noch Steven, der sich trotz allem um Lex sorgt und versucht, für sie da zu sein. Er hofft immer noch auf ein Happy End ... dass er und seine Lex wieder zusammen finden würden. Doch hat Lex wirklich aufgegeben und jegliches Glück aus ihrem Leben verbannt?


Der Roman 'Die Unwahrscheinlicheit des Glücks' von Cynthia Hand befasst sich mit einem ernsthaften Thema: dem Tod und dem Verlust eines geliebten Menschen - was wiederum den Verlust jeglichen Glück mit sich zu bringen scheint. Doch so schwer dieses wehmütige Thema auch wiegen mag, schafft Cynthia Hand es dennoch, den Leser immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Die Geschichte ist so liebevoll erzählt, dass man keine Angst haben muss, eine Packung Kleenex während des Lesens zu verbrauchen. 

Die ganze Zeit über hatte ich großes Mitgefühl für die Roman-Heldin Lex - doch aus Mitleid wurde schnell Vertrauen und Hoffnung. Vertrauen in Lex' starken Willen, ihre Unnachgibigkeit sowie ihre innere Stärke. Hoffnung, dass Lex Antworten zu ihren Fragen erhalten und schlussendlich ihr Glück wiederfinden würde.

Außerdem gefallen mir vor allem die vielen unterschiedlichen Charaktere, die in der Geschichte eine Rolle spielen und die der Leser nach und nach kennen lernen darf. Denn ich habe fast ausnahmslos für alle Persönlichkeiten eine große Sympathie entwickelt, selbst gerade für die Menschen mit vielen Ecken und Kanten. 

Während das Übernatürliche eine gewisse Rolle in dem Roman spielt, wird jedoch nicht zu sehr in die Geisterwelt abgedriftet, was mir persönlich gut gefällt. So lenkt der kleine "spooky Exkurs" nicht zu sehr vom eigentlichen Thema ab - nämlich dem Verlust eines geliebten Menschen und wie man es schafft, wieder auf glücklichen Wegen zu wandern.

Insgesamt bekommt 'Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks' von mir 4 von 5 Sternen. Es sind "nur" deshalb 4 Sterne, weil mir einfach der kleine überspringende Funke gefehlt hat, der das Buch zu einem meiner Top-Favoriten macht. Nicht falsch verstehen: Das Buch ist sehr gut und ich empfehle es absolut weiter. Denn wie schon erwähnt, gefällt mir, wie liebevoll Cynthia Hand mit dem Thema Tod und Verlust umgeht - und wie rührend die Geschichte erzählt wird, ohne dabei zu vergessen, hin und wieder einen kleinen Schmunzler einzuwerfen. :-)

Der Roman wurde mir freundlicher Weise vom Harper Collins Verlag via blogg dein buch zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!

Liebe Grüße
Eure Sabrina

6 Kommentare

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31. Oktober 2015 um 19:50 delete

Klingt super! Wäre vermutlich nicht meine erste Wahl aber ich muss es mir definitiv merken. :)
liebst Elisabeth-Amalie

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Lara Sophia
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1. November 2015 um 17:00 delete

Wirklich ne ziemlich gute Review, scheint wirklich ein interessantes Buch zu sein, (dass ich wohl demnächst lesen werde. :D)

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Jimena
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2. November 2015 um 07:46 delete

Oh das hört sich ja einfach super an, dieses Buch packe ich doch gleich einmal auf meine Leseliste!

Hier geht's zu meinem Blog – Über neue Leser würde ich mich sehr freuen!

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andysparkles
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2. November 2015 um 11:07 delete

Das hört sich nach einem tollen Buch an!

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2. November 2015 um 15:19 delete

wow toller beitrag

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Olgsblog
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2. November 2015 um 22:45 delete

Ein sehr interessante Titel :) LG Olga

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