Book-Review: Death comes to Pemberley

Mai 19, 2013 2 Comments A+ a-


Ich bin ein riesengroßer Jane Austen Fan. Ihre romantischen Geschichten, die mit Ironie und Wortwitz glänzen, sind für mich einfach das Schönste. Mit zu fiebern, wie die weibliche Hauptfigur über Umwege und mit Tücken am Ende doch noch ihr Liebesglück findet, ist mindestens genauso spannend wie die Einblicke in die Gesellschaft des gutbürgerlichen Großbritanniens gegen Ende des 18. Jahrhunderts, die Austen ihren Lesern gewährt.

Dementsprechend skeptisch und zugleich gespannt war ich, als mir eine Freundin das Buch Death comes to Pemberley von der Schriftstellerin P.D. James in die Hände drückte. Denn hierbei handelt es sich um einen Kriminal-Roman (!), der an das Austen-Original Stolz und Vorurteil und die Geschehnisse rund um Elizabeth Bennet und Mr. Darcy anknüpft.

 


Krimis sind normalerweise nicht so mein Ding. Und wenn es dann noch um eine Quasi-Fortsetzung eines meiner Lieblingsbücher geht, bin ich natürlich doppelt so kritisch, als es wahrscheinlich sonst der Fall wäre. Aber nachdem ich das Buch durchgeschmökert hatte, war ein deutliches Lächeln auf meinem Gesicht zu sehen. :-)

Mein Fazit lautet also - hoffentlich ohne zu viel zu verraten: P.D. James hat insofern wirklich tolle Arbeit geleistet, dass sie dem Leser in Death comes to Pemberley ein Wiedersehen mit (fast) allen Charakteren aus Stolz und Vorurteil beschert, ohne dass es "gewollt" wirkt. Wieder in die Welt von Lizzy und Mr. Darcy einzutauchen und eine Idee davon zu bekommen, wie das "Leben" der beiden nach Stolz und Vorurteil weiter gegangen sein könnte, ist wirklich eine tolle Sache. Gewöhnungsbedürftig für mich war jedoch, dass der Mordfall und alle Geschehnisse drum herum zumeist aus der Sicht von Mr. Darcy geschildert werden. Mir hätte es bestimmt gefallen, ein wenig mehr von Lizzy's Gedankenwelt zu erfahren. Andererseits kann ich mir aber auch gut vorstellen, dass die Autorin bewusst diesen Weg gewählt hat, um eingefleischten Austen Fans nicht zu nahe zu treten - den Roman aus Mr. Darcy's Perspektive zu schreiben verleiht dem Plot ein wenig Abstand zu Stolz und Vorurteil.
Die Kriminalgeschichte an sich ist sehr gut aufgebaut. Ähnlich wie bei Jane Austen's Liebesromanen ist der Mordfall so verstrickt, dass man bis zum Ende nicht dahinter kommt, wer nun der Mörder ist. Die möglichen Motive der Protagonisten geben Rätsel auf und führen den Leser gerne mal auf eine falsche Fährte. Die Art und Weise, wie der Mordfall letzten Endes aufgeklärt wird, hat mich tatsächlich an Jane Austen's Schreibstil erinnert und zum Schluss erwartet den Leser noch die eine oder andere schöne Überraschung.

Wer Death comes to Pemberley lesen möchte, sollte sich von Vornherein im Klaren darüber sein, dass mit Kriminologie ein komplett anderes Genre behandelt wird und dass es eben kein Austen Roman ist, sondern ein P.D. James Roman. Wer diese Gedanken fest im Kopf verankert hat, wird sicherlich viel Freude mit dem Buch haben! :-)

Literarische Grüße
Eure Sabrina

2 Kommentare

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Anonym
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20. Mai 2013 um 14:08 delete

Hört sich gut an ... :-)

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Sarina
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20. Mai 2013 um 14:40 delete

Hört sich interessant an, vielleicht komme ich ja auch wieder mal dazu ein Buch zu lesen...

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